6. Dezember – Die Wassermühlenstadt Erfurt

Quelle: Stadtarchiv Erfurt

Die vielen Gera-Nebenarme und die relativ hohe Fließgeschwindigkeit machten Erfurt zu einem prädestinierten Standort für die Mühlenwirtschaft. In ihrer Blütezeit sollen in Erfurt bis zu 40 Mühlen aktiv gewesen sein. Die Konkurrenz untereinander machte 1332 ein Wasserrecht erforderlich, das die Entnahme des Wassers für landwirtschaftliche Zwecke, die Größe und die Anzahl der Wasserräder regelte. Zusätzlich wurde darin festgelegt, welche konkreten Aufgaben die Müller zu übernehmen hatten. Dazu zählte neben der Flusspflege auch die Einhaltung von Höherichtwerten für die Gefälle und Wehre an den Mühlen. Eine als Bauwerk bis heute noch existente Mühle ist die Neue Mühle an der Schlösserbrücke. Diesem Geraarm auf unserer historischen Karte bis zur Krämerbrücke folgend wird auch die Mühlenwirtschaft unmittelbar vor der historischen Brücke sichtbar.

Für die Neue Mühle weist das mittelalterliche Steuerregister als Besitzer den Grafen von Gleichen aus, weshalb sie damals auch als Grafenmühle bezeichnet wurde. Die Grafen dieses Geschlechts waren seit 1130 im Besitz der Burg Gleichen vor den Toren von Erfurt. Sie gehörten zu den sogenannten Reichsständen und waren durch den Erzbischof zu Vögten über die Stadt ernannt worden. Über diese Funktionäre sicherte der Erzbischof seine Position in der Stadt. Die Vögte aus diesem hohen Adelsstand übten für lange Zeit die Gerichtsbarkeit in Erfurt aus.

Quellen: stadtmuseum-erfurt.de/muehle,
sowie Steffen Raßloff: Geschichte der Stadt Erfurt. Erfurt 2019; S. 19

Veröffentlicht von corioluskraft24

Verfasser der Kommentare zum Adventskalender 2020

2 Kommentare zu „6. Dezember – Die Wassermühlenstadt Erfurt

  1. Seit dem 1. Türchen erfreue ich mich an dem historischen Adventkalender, den meine Eltern zu mir nach Wien geschickt haben und die ergänzenden Informationen hier im Blog sind spannend zu lesen.

    Liebe Grüße von einer Puffbohne!

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