12. Dezember – Waidmühlen

Quelle: Stadtarchiv Erfurt

Waidmühlen dienten der Verarbeitung von Färberwaid. Diese uralte Kulturpflanze sieht durch ihre gelben Blüten dem Raps sehr ähnlich. Die geernteten Blätter wurden zunächst in der Gera gewaschen, zum Trocknen wurden sie dann auf den Feldern ausgelegt. Nach ihrem Anwelken kamen sie schließlich unters Rad der Waidmühlen, um sie zu Waidmus zu verarbeiten. Dieses ließ sich schließlich zu faustgroßen Waidbällen formen. Auf Horden gelegt schrumpften sie um zwei Drittel ihrer ursprünglichen Größe. Mit diesen Waidballen fuhren die Bauern auf den Erfurter Waidmarkt am Anger, um ihr Produkt an die Waidjunker zu verkaufen. Das war eine sehr privilegierte Bürgerschicht in der damaligen Zeit. Ihre Aufgabe war es, den halb verarbeiteten Rohstoff weiter zu bearbeiten. 

Eine original erhaltende Waidmühle lässt sich auf der Zitadelle Cyriaksburg besichtigen oder aber auch vor dem Hotel Bad Tennstedt.

Quelle: http://www.hotel-bad-tennstedt.de/muehle.html

Quellen:
https://www.waidmuseum.de/index.php/waid/anbau-und-verarbeitung
Daniel Gottfried Schreber: Daniel Gottfried Schrebers historische, physische und ökonomische Beschreibung des Waidtes. Halle 1752

Veröffentlicht von corioluskraft24

Verfasser der Kommentare zum Adventskalender 2020

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