3. Dezember – Erfurter Bauern im Thüringer Becken

Quelle: Stadtarchiv Erfurt

Das Thüringer Becken verfügt über ausgesprochen fruchtbare Böden, die eine intensive ackerbauliche Nutzung zulassen. Schafhaltung und Wollproduktion sowie Weizenanbau zählten zu den zentralen agrarischen Tätigkeiten in den ersten Jahrhunderten nach der Bistumsgründung. Ab dem 13. Jahrhundert, also im Hochmittelalter, entwickelte sich der Waidanbau und die Herstellung des blauen Goldes zur Färbung von Textilien zu einer sehr einträglichen Einnahmequelle. Neben Erfurt hatten sich auch die umliegenden Städte Gotha, Langensalza, Tennstedt und Arnstadt zu sogenannten Waidstädten entwickelt. Um 1600 erwirtschafteten 300 thüringische Dörfer rund um Erfurt durch Waidanbau ihren Lebensunterhalt. Der zentrale Waidmarkt befand sich in Erfurt, wo das geerntete Vorprodukt, sogenannte Waidbälle, gehandelt wurde. Abnehmer waren Waidjunker, die die Waidbälle einem ausgeklügelten Verarbeitungsprozess unterzogen. Die Berechtigung für die Ausübung dieser Zunft hing von einem mindestens 1000 Taler betragenden Jahreseinkommen ab.

Quelle: http://www.deutsches-museum.de/bibliothek/unsere-schaetze/gewerbegeschichte/schreber/der-waidanbau-in-thueringen/

2. Dezember – Das Bistum Mainz

Bild: Stadtarchiv Erfurt

In einem Brief an Zacharias II. in Rom beschrieb Bonifatius „Erphesfurt“ 742 als „Stadt der heidnischen Bauern“ und empfahl sie für die Gründung eines Bischofssitzes. Schnell entwickelte sich Erfurt zu einem kirchlichen Zentrum, an dessen Anziehungskraft die 755 erfolgte Fusion mit dem Mainzer Bistum nichts mehr ändern konnte. Zahlreiche Klostergründungen und Kirchenbauten gehen auf das frühe Mittelalter zurück. Bis 1802 war die Stadt dem Erzbischof von Mainz unterstellt.

Sowohl die Augustiner, Dominikaner, Serviten, Benediktiner, Jesuiten, irische und schottische Mönche, Karthäuser, als auch Augustinerinnen, Benediktinerinnen, Magdalenerinnen, Ursulinerinnen und Zisterzienserinnen ließen sich in Erfurt nieder. Sie waren entscheidende Triebkräfte im Christianisierungsprozess und dem städtischen Wachstum. Bald wurde von Erfurt als dem „Rom des Nordens“ gesprochen. 

Quelle: Lutz von Padberg: Bonifatius. Missionar und Reformer. Beck, München 2003, S. 29

Quelle: Alice Frontzek: Erfurt. Das Thüringische Rom. Erfurt 2011

1. Dezember – Bonifatius

Bild: Stadtarchiv Erfurt

Der Stiftungsrat der Andreas Stiftung dankt der Leiterin des Stadtarchivs Erfurt und ihrem Team für die professionelle Unterstützung unseres Projektes.

Auf Bonifatius geht die erste urkundliche Erwähnung Erfurts im Jahr 742 zurück. „Der Apostel der Deutschen“ war für die damalige Zeit ein ausgesprochen weit gereister Mann.  Zwischen 673 und 675 in Wessex, England geboren, in Benediktinerklöstern erzogen, mit 30 Jahren in einem der Klöster zum Priester geweiht, blieb er zunächst seiner Heimat als Lehrer treu.

Nach einer ersten friesländischen Missionsreise kehrte er zwar nach England zurück, wurde Abt, kehrte jedoch schon 718 wiederum England den Rücken zu, um eine Reise nach Rom zu Papst Gregor anzutreten. Dort erhielt er einen klaren Missionsauftrag, den „ungläubigen Völkern das Geheimnis des Glaubens bekannt zu machen.“ Zielgebiete seiner Missionstätigkeit waren Hessen, Thüringen und Sachsen. Bekannt ist er u.a. auch als Bischof von Mainz und von Utrecht geworden. Die Sage von der Fällung der Donareiche, die dem gleichnamigen Gott Donar geweiht war, wird an mehreren Wirkungsstätten von Bonifatius erzählt: So bei Geismar/Fritzlar als auch in Erfurt, wo er im Steigerwald die göttliche Eiche gefällt haben soll, um den heidnischen Bauern die Machtlosigkeit ihrer Götter zu beweisen. In der realen Geschichte Erfurts geht auf ihn die Errichtung einer ersten Kapelle auf dem Domberg zurück.

Quelle: Lutz E. von Padberg: Studien zur Bonifatiusverehrung. Zur Geschichte des Codex Ragyndrudis und der Fuldaer Reliquien des Bonifatius. (= Fuldaer Hochschulschriften 25), Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main 1996

Erfurt entdecken mit dem Adventskalender der Andreasstiftung

30.11.2020: Noch wenige Exemplare sind im Kirchenladen zu erwerben.

Ein Stadtplan aus dem Jahr 1678 und 24 Adventsfenster, die auf die Geschichte der Stadt Erfurt seit 742 bis 1678 Bezug nehmen. „Auf die Idee ist bislang noch keiner gekommen!“

Mit dem Erwerb dieses Kalenders (10 Euro) unterstützen Sie:

  • Die Inklusionsarbeit des Christophoruswerks (Dienstleistungen) in Erfurt
  • Die Jugendarbeit in der Stadt Erfurt (der Andreasgemeinde und der Andreasstiftung)

Herausgeber ist die Andreasstiftung. Sie können den Kalender im Kirchenladen am Dom erwerben, aber auch am Ende Ihres Gottesdienstes oder im Büro Ihrer Gemeinde.


Weitere historische Hinweise zu den einzelnen Adventsfenstern finden Sie hier auf der Homepage immer zu den Öffnungstagen der einzelnen Fenster.

Die Andreas Stiftung bedankt sich für die freundliche Unterstützung durch das Stadtarchiv Erfurt.

Erstelle deine Website auf WordPress.com
Jetzt starten